
Das 6-Konten-Modell
6 Minuten Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze:
- Es hilft, verschiedene Sparziele zu verfolgen, indem man das Geld auf sechs separate Konten verteilt: für den täglichen Bedarf, Rücklagen, mittel- und langfristige Ziele, Bildung, Spaß und Spenden.
- Das Modell kann an die persönliche finanzielle Situation angepasst werden, wobei die Verteilung der Prozentsätze für jedes Konto variabel ist. Unterkonten bieten eine einfache Verwaltung ohne separate Konten.
- Das 6-Konten-Modell fördert eine gute Finanzstruktur, ermöglicht das Sparen für verschiedene Lebensziele und schützt vor unvorhergesehenen Ausgaben. Es erfordert jedoch eine gewisse finanzielle Flexibilität, die je nach Einkommen angepasst werden muss. Sieh Dich in unserem Girokonto-Vergleich nach den passenden Konten für Dich um:
Die 6 Konten
Konto #1: Das Konto für den alltäglichen Bedarf
Das erste Konto stellt im 6-Konten-Modell das wichtigste dar: Es ist Dein Gehaltseingangs- bzw. Einkünfte-Konto, von dem aus Du Dein Geld auf alle anderen Konten verteilst. Behalte ca. 50-55 Prozent Deines Lohns auf diesem Konto, um Miete, Essen, Versicherung und sonstige Ausgaben des Monats zu bezahlen. So stellst Du sicher, dass Du nicht mehr Geld ausgibst als Du möchtest. Überlege auch, wie Du Deinen monatlichen Cashflow optimieren kannst, indem Du unnötige Ausgaben reduzierst und nur das kaufst, was Du wirklich brauchst.
Um noch mehr sparen zu können, mache regelmäßig einen Kostenabgleich. Gibt es Lebensmittel woanders günstiger? Wie wäre es beispielsweise mit einem Wechsel des Stromanbieters, der Versicherung oder des Handyvertrags?
Konto #2: Das Rücklagenkonto
Im Haushalt kann viel passieren: Die Waschmaschine geht kaputt, die Nebenkostennachzahlung flattert ins Haus oder Du hast doch mehr Strom verbraucht als erwartet. Doch, kein Problem! Lege monatlich zehn Prozent Deines Nettoeinkommens auf diesem Konto ab. So kannst Du schnell Deine Sparziele erreichen und wirst bei unvorhergesehenen Kosten nicht komplett kalt erwischt.
Ein gut gefülltes Rücklagenkonto gibt Dir die nötige Sicherheit, um schnell und ohne Stress auf Notfälle reagieren zu können.
Halte einen bestimmten Betrag auf diesem Konto vor, der mindestens drei bis sechs Monate Deiner Lebenshaltungskosten abdeckt.
Halte einen bestimmten Betrag auf diesem Konto vor, der mindestens drei bis sechs Monate Deiner Lebenshaltungskosten abdeckt.
Konto #3: Dein Konto für mittel- und langfristiges Sparen
Nur für die Rente sparen ist bei dem 6-Konten-Modell nicht vorgesehen. Das dritte Konto, auch Vermögenskonto genannt, berücksichtigt auch andere, größere Sparziele, wie zum Beispiel Deinen nächsten Urlaub. Dafür solltest Du monatlich 15 Prozent Deines Einkommens zurücklegen. Greife nur auf dieses Konto zurück, wenn es sich um größere Ausgaben handelt. Überlege Dir vorher aber gut, was Du unter einer größeren Investition verstehst oder ob es sich nur um eine kleine Ausgabe handelt.
Das Vermögenskonto kann auch genutzt werden, um für größere Investitionen zu sparen, etwa für eine Immobilie oder eine größere Anschaffung.
Investiere langfristig, sodass sich auch eine mögliche Verzinsung oder Kapitalwachstum positiv auswirken kann.
Investiere langfristig, sodass sich auch eine mögliche Verzinsung oder Kapitalwachstum positiv auswirken kann.
Konto #4: Das Bildungskonto
Trotz abgeschlossener Ausbildung oder Studium lernst Du nie aus! Um Dir selbst Weiterbildungen leisten zu können, ist es wichtig, dass Du auch dafür ein Konto anlegst. Auf dieses überweist Du ebenfalls zehn Prozent Deines Nettogehalts. Mit dem Geld ermöglichst Du Dir einfach Workshops, Trainings und alles, was Dein Leben sonst noch bereichert.
Die Investition in Wissen und Weiterbildung zahlt sich langfristig aus, da Du Deine Fähigkeiten und Deine beruflichen Perspektiven kontinuierlich verbessern kannst.
Das Bildungskonto bietet Dir die Möglichkeit, in Deine Zukunft zu investieren, ohne auf spontane Fortbildungsmaßnahmen verzichten zu müssen.
Das Bildungskonto bietet Dir die Möglichkeit, in Deine Zukunft zu investieren, ohne auf spontane Fortbildungsmaßnahmen verzichten zu müssen.
Konto #5: Ein Konto nur für Deinen Spaß
Nach all den vernünftigen Anlagen ist es jetzt Zeit, Dir ein „Spaßkonto“ einzurichten. Spare auch hier ca. zehn Prozent Deines Gehaltes drauf und verwende das Geld, um mit Freunden auszugehen oder auf einen größeren Ausflug zu sparen. So hast Du genau im Blick, wie viel Dich Deine Freizeit kostet und wo Du evtl. Abstriche machen kannst.
Ein Spaßkonto fördert nicht nur Deine Lebensqualität, sondern gibt Dir auch die Freiheit, Deine Wünsche zu erfüllen, ohne Schuldgefühle zu haben.
Halte Deine Ausgaben für Freizeitaktivitäten im Rahmen, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Genuss und langfristigem Sparen zu wahren.
Halte Deine Ausgaben für Freizeitaktivitäten im Rahmen, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Genuss und langfristigem Sparen zu wahren.
Konto #6: Dein Spendenkonto
Das sechste und letzte Konto ist das Spendenkonto. Mit diesem Geld kannst Du zum Beispiel soziale Projekte unterstützen, an Vereine spenden oder bei Naturkatastrophen mit einem Spendenbeitrag helfen. Für diese Konto sind in etwa fünf Prozent Deines Einkommens vorgesehen.
Spenden sind außerdem von der Steuer absetzbar. Über Deine Steuerklärung kannst Du also einen großen Teil Deiner Spenden geltend machen.
Spenden sind nicht nur eine gute Tat, sie können auch zu einem positiven Gefühl der Erfüllung und zu einer sinnvollen Unterstützung von gesellschaftlichen und ökologischen Projekten führen.
Spenden sind außerdem von der Steuer absetzbar. Über Deine Steuererklärung kannst Du also einen großen Teil Deiner Spenden geltend machen_._
Spenden sind außerdem von der Steuer absetzbar. Über Deine Steuererklärung kannst Du also einen großen Teil Deiner Spenden geltend machen_._


Die Umsetzung
Zuallererst: Die Verteilung der Prozente ist natürlich variabel und kann frei von Dir bestimmt werden. Wichtig ist nur, dass Du eine Regelmäßigkeit beibehältst und Quoten findest, die zu Deinem Leben passen. Flexibilität ist der Schlüssel: Passe Deine monatlichen Sparraten und Kontoverteilung an Deine Lebenssituation und Einkommensveränderungen an.
Schaffe Klarheit über Deine Konten
Zunächst solltest Du Dir einen Überblick über all Deine Konten verschaffen. Frage bei Deinen Banken nach, welche ungenutzten Konten Du noch bei ihnen hast und löse sie gegebenenfalls auf, solltest Du dafür Gebühren zahlen.
Danach geht es an den Girokonto-Vergleich: Sind Deine Konten noch zeitgemäß oder solltest Du Dich für Deine neuen Sparziele nach ebenfalls neuen Banken umsehen? Am besten geeignet sind natürlich Banken, in denen sich automatisch Unterkonten einrichten lassen. Du kannst aber auch sechs separate Konten eröffnen, achte jedoch darauf, unter welchen Bedingungen sie kostenlos sind. Du willst ja für Dein Sparkonto sicher keine Gebühren zahlen müssen.
Was sind Unterkonten?
Durch Unterkonten, auch Spaces genannt, kannst Du ein Konto besparen und musst nicht sechs separate eröffnen. Deine Unterkonten kannst Du je nach Sparziel benennen, beispielsweise „Urlaub“ oder „Rücklagen“. Die Nutzung von Unterkonten vereinfacht die Verwaltung, da Du alles unter einem Hauptkonto führen kannst, aber trotzdem eine klare Trennung der Finanzen hast.
Für das Vermögenskonto kannst Du als Alternative ein Depot verwenden. Bei den meisten Depots zahlst Du keine Negativzinsen – anders sieht es bei Tagesgeldkonten aus: Viele verlangen bei einem Guthaben zwischen 50.000 und 100.000 bereits Zinsen von 0,5 Prozent. In unserem Depotkonto-Vergleich verschaffst Du Dir einen Überblick über die Depots mit den besten Konditionen für Dich.
Lass Dir Zeit
Überstürze Deinen neuen Plan nicht! Nimm Dir die Zeit, Deine sechs Konten in Ruhe einzurichten und Dir zu überlegen, wie viel Du von Deinem Gehalt für welches Konto verwenden möchtest. Natürlich ist es auch möglich, weniger als sechs Konten zu verwenden – das kann jeder individuell für sich entscheiden. Das 6-Konten-Modell ist zwar eine gute Idee, den Überblick über seine Finanzen zu behalten, jedoch ist es fragwürdig, ob es mit jedem Gehalt funktioniert. Gerade das Spendenkonto ist bei einem geringen Gehalt eventuell überflüssig. Weiterhin kann sicherlich nicht jeder mit nur fünfzig Prozent seines Nettogehalts den Monat bestreiten und den Rest ohne Sorge beiseitelegen.
Das Modell ist anpassbar: Achte darauf, dass Deine finanzielle Situation die vorgesehene Struktur ermöglicht und passe sie bei Bedarf an.
Einen Vorteil hat das Modell jedoch definitiv: Solltest Du wirklich sechs verschiedene Konten eröffnen und Dein Geld sinnvoll verteilen, kommst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit und jeden Negativzins herum.