
Gibt es nachhaltige Kryptowährung?
5 Minuten Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze:
- Das Bitcoin-Mining verbraucht enorme Mengen an Energie, da es auf Proof-of-Work (PoW) basiert, was immer leistungsfähigere Computer und damit höhere Stromverbräuche erfordert. Dies führt zu einem hohen CO2-Ausstoß und konzentriert Mining-Aktivitäten in Regionen mit günstigerem, aber häufig umweltschädlicherem Strom.
- Einige Kryptowährungen setzen auf den Proof-of-Stake-Mechanismus, der energieeffizienter ist als PoW. PoS benötigt keine leistungsstarken Computer und reduziert den Energieverbrauch erheblich, da Transaktionen durch die Validierung von Token im Wallet und nicht durch komplexe Berechnungen verifiziert werden.
- Cardano und Ethereum 2.0 sind führende Beispiele für nachhaltigere Blockchains. Cardano nutzt PoS und fördert mit dem „Cardano-Forest“-Projekt die Aufforstung. Ethereum plant den Übergang zu PoS, um den Energieverbrauch drastisch zu senken und somit ein umweltfreundlicheres Krypto-Modell zu etablieren.
Umweltbelastung durch Mining?
Bitcoinminer stellen die Rechenleistung ihres Computers dem Netzwerk zur Verfügung. Das Netzwerk nutzt diese zur Verfügung gestellte Rechenleistung, um eine kryptographische Aufgabe zu lösen. Bei dieser Aufgabe spricht man von der sogenannten „Proof-of-Work“. Damit soll sichergestellt werden, dass ein erheblicher Aufwand betrieben werden muss, um einen gültigen Block zu erzeugen.
Dieser Prozess ist sehr energieintensiv, da immer leistungsfähigere Computer benötigt werden, um die mathematischen Probleme zu lösen. Zudem tragen Mining-Farmen in einigen Regionen erheblich zum CO2-Ausstoß bei.
Aufgrund des Aufwandes ist es im Nachhinein fast unmöglich, die Blockkette (Blockchain) zu manipulieren. Theoretisch sollten die kryptographischen Aufgaben immer leichter zu lösen sein und Kryptowährungen schneller produziert werden können, je mehr Rechenleistung im Netz zur Verfügung steht. Jedoch führt dieser Prozess zu einem exponentiellen Anstieg des Energieverbrauchs, da die Komplexität der Aufgaben kontinuierlich angepasst wird.
Um diesem Effekt vorzubeugen, wird die Schwierigkeit der Aufgaben dynamisch angepasst. Die Aufgabe ist dabei immer so anspruchsvoll, dass im Durchschnitt alle 10 Minuten ein neuer Block entstehen kann. Diese Anpassung erfolgt alle zwei Wochen.
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Das Problem mit Proof-of-Work (PoW)
Da die neuen Blöcke immer kompliziertere mathematische Probleme enthalten, benötigen Miner mehr Rechenleistung und damit mehr Strom. Denn nur, wenn ein Problem gelöst wird, bekommt der Miner die Belohnung in der jeweiligen Kryptowährung ausbezahlt. Wenn der Preis an der Kryptowährungsbörse jedoch sinkt, ist es für den Miner möglicherweise nicht mehr rentabel, da die Stromrechnung den Wert der Kryptos übersteigt.
Ein weiteres Problem ist, dass PoW zu einer Konzentration des Minings in Regionen führt, in denen Strom besonders günstig ist, was oft zu einer noch größeren Umweltbelastung führt.
Umweltfreundliche Kryptowährungen
Umweltfreundliche Kryptowährungen sind Token, die mit Blick auf die Umwelt entwickelt wurden. Das kann eine Vielzahl an Dingen bedeuten: Die Verwendung erneuerbarer Energien und eine Reduzierung der Kohlenstoffemissionen bei der Herstellung oder die Entwicklung eines nachhaltigen Blockchain-Protokolls.
Umweltfreundliche Kryptowährungen setzen auf innovative Konsensmechanismen, die den Energieverbrauch erheblich senken können. Dazu gehören Technologien wie Proof-of-Stake (PoS), die auf weniger rechenintensive Prozesse setzen.
Da das Mining gerade von Bitcoin sehr energieintensiv ist und einen erheblichen ökologischen Fußabdruck hinterlässt, gerieten Kryptowährungen immer mehr unter Beschuss. Daher sind umweltfreundliche Kryptowährungen wichtig, um die Umwelt weniger zu belasten.
Token
Token repräsentieren Vermögenswerte, Vermögensgegenstände oder ein Wirtschaftsgut. Im Gegensatz zu Coins haben Token keine eigene Blockchain, können jedoch mit relativ wenig Aufwand auf einer bestehenden Blockchain erzeugt werden. Viele umweltfreundliche Token und Coins basieren auf Blockchains, die auf effiziente Konsensmechanismen wie Proof-of-Stake setzen.
Sie dienen als Hilfsmittel zu Identifizierung und Authentifizierung von Usern eines Computernetzwerkes und sind grundlegende Bausteine für Operationen mit Kryptowährung und für den Kryptohandel.
Der Unterschied beim Mining umweltfreundlicher Coins
Statt Proof-of-Work benutzen bereits einige Kryptowährungen Proof-of-Stake, um ihre Transaktionen zu verifizieren. Dieses Vorgehen ist weniger energieintensiv. Zudem sind viele umweltfreundliche Kryptowährungen so konzipiert, dass sie ASIC-resistent sind. Das bedeutet, dass sie nur über Computer oder Laptop geschürft werden können und nicht über große Mining-Farmen, die echte Energiefresser sind.
Proof-of-Stake (PoS)
Proof-of-Stake erfordert, dass jeder neue Block Durch einen Teilnehmer der Blockchain validiert werden muss, bevor er an die Kette angehängt werden kann. Grundvoraussetzung für die Übernahme der Validierung ist, dass sich Token im Wallet befinden. PoS ist wesentlich ressourcenschonender als PoW, da es keine hochperformanten Computer benötigt, um neue Blöcke zu validieren.
Die Auswahl der Validierer erfolgt zufällig, vergleichbar mit einer Lotterie. Die Wahl ist jedoch gewichtet, bedeutet: Je mehr Tokens Du in Deinem Wallet hast, desto größer die Chance, als Validierer ausgewählt zu werden. PoS reduziert den Energieverbrauch erheblich, da keine komplexen mathematischen Berechnungen wie bei PoW durchgeführt werden müssen.
Derjenige, der das Validieren übernimmt, stellt hierfür einen Teil seiner eigenen Ressourcen bereit, etwa Rechenleistung und Zeit. Dafür wird er entlohnt. Beim Proof-of-Work sind die Belohnung Coins, die er für die Blockchain erzeugen darf. Beim Proof-of-Stake jedoch verdient derjenige, der einen neuen Block validiert, eine vorher festgelegte Transaktionsgebühr. Zudem erfordert es keine hohen Rechenleistungen und spart somit Energie.
Umweltfreundliche Alternativen
CARDANO: Cardano ist eine Blockchain-Plattform, die energieeffizient und umweltfreundlich arbeitet, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Sie arbeiten nach dem Proof-of-Stake-Konsensprotokoll, das, wie beschrieben, deutlich weniger Kohlenstoff produziert. Die Cardano-Blockchain hat sich als eine der führenden umweltfreundlichen Alternativen etabliert, da sie auf nachhaltige Entwicklung und Innovation setzt.
Außerdem unterstützt die Plattform das Projekt „Cardano-Forest“: Dieser Krypto-Wald wird finanziert durch sogenannte TREE-Token, die Du für Cardano-Coins bekommst. So konnten im Januar 2022 bereits 1 Millionen Bäume gepflanzt werden. Diese dienen als Lebensraum für bedrohte Tierarten und sollen dem Klima helfen. Das Projekt „Cardano-Forest“ ist ein innovativer Ansatz, der es Krypto-Investoren ermöglicht, aktiv zur Aufforstung beizutragen und damit den CO2-Ausstoß auszugleichen.
Ethereum 2.0: Ethereum ist weltweit bekannt und die zweitgrößte Kryptowährung auf dem Markt. Die Kryptowährungshersteller möchten das Mining im Proof-of-Work-Stil beenden und auf das Proof-of-Stake-System übergehen. Sie versprechen sich und den Userinnen und Usern durch das Update, umweltfreundlicher zu werden.
Der Übergang zu Ethereum 2.0 könnte die Krypto-Welt grundlegend verändern, indem er den Energieverbrauch stark senkt und ein umweltfreundlicheres Modell für den Blockchain-Betrieb etabliert.
Der Wechsel soll den Energieverbrauch reduzieren, da PoS deutlich weniger Rechenkapazität benötigt und somit weniger Strom verbraucht wird. Ethereum 2.0 könnte für den Markt ein Umdenken in Sachen Nachhaltigkeit anstoßen. Dieser Schritt könnte als Meilenstein in der Entwicklung nachhaltiger Kryptowährungen betrachtet werden, da er eine der größten und einflussreichsten Plattformen im Krypto-Bereich betrifft.