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Inflation: Wie sie entsteht und Du Dich schützen kannst

6 Minuten Lesezeit
INHALTSVERZEICHNIS
Was ist Inflation?
Die Inflationsrate
Kaufkraftverlust
Wie Du Dein Geld schützen kannst
Alles wird gefühlt teurer: Von der Milch im Supermarkt bis zum Benzin. Der Grund für die steigenden Preise nennt sich Inflation. Wir erklären Dir, was Inflation bedeutet, wie sie zustande kommt und Du Dein Geld schützen kannst!
Das Wichtigste in Kürze:
  • Inflation ist ein kontinuierlicher Anstieg der Preise, der die Kaufkraft des Geldes verringert. Sie kann durch eine erhöhte Geldmenge in der Wirtschaft, gestiegene Nachfrage oder externe Faktoren wie höhere Rohstoffpreise entstehen.
  • Steigende Preise bei gleichbleibendem Einkommen führen zu Kaufkraftverlust, was bedeutet, dass Dein Geld weniger wert wird und Du weniger für denselben Betrag kaufen kannst.
  • Um Dein Geld vor der Entwertung zu schützen, solltest Du in Anlageprodukte wie Aktien oder Immobilien investieren. Traditionelle Sparformen mit niedrigen Zinsen reichen oft nicht aus, um die Inflation auszugleichen. ETFs und Fonds bieten eine Möglichkeit, langfristig eine höhere Rendite zu erzielen. Sieh Dich in unserem Depot-Vergleich nach dem passenden Broker für Deine Anlagen um:

Was ist Inflation?

Inflation ist ein anhaltender Prozess der Geldentwertung, der sich durch allgemeine Preiserhöhungen bemerkbar macht. Das heißt, mit einer Geldeinheit kann weniger gekauft werden, die Kaufkraft des Geldes verringert sich.
Ein weiterer Faktor, der Inflation verstärken kann, ist eine gestiegene Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot. Dies führt zu Preiserhöhungen, da die Anbieter versuchen, die Nachfrage zu decken, was die Preise weiter in die Höhe treibt.
Besonders die Geldmenge in der Volkswirtschaft spielt beim Entstehen einer Inflation eine tragende Rolle. Wenn der gesamtwirtschaftlichen Gütermenge eine zu große Geldmenge gegenübersteht, ist die Bedingung für eine Inflation gegeben.
Inflation kann auch durch externe Faktoren wie steigende Rohstoffpreise (z.B. Öl) oder politische Krisen, die das Angebot unterbrechen, angetrieben werden.

Die Inflationsrate

Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt normalerweise eine Inflationsrate von rund zwei Prozent vor. Liegt die Inflationsrate darunter, ist das meist ein Zeichen von schwachem Wirtschaftswachstum. Hohe Inflationsraten schätzen Expertinnen und Experten dagegen als temporär ein. Sie werden sich auf lange Sicht wieder deutlich der EZB-Vorgabe annähern.
Eine zu niedrige Inflationsrate kann ebenfalls problematisch sein, da sie auf eine stagnierende Wirtschaft hindeuten könnte, was zu einer Rezession führen kann.
Die Inflationsrate wird aus dem Preisanstieg bestimmter Waren und Dienstleistungen errechnet, für die ein durchschnittlicher Endverbraucher in Deutschland im Jahresverlauf Geld ausgibt. Definiert wird der zugrundeliegende Produktwarenkorb durch das statistische Bundesamt. Enthalten sind unter anderem Lebensmittel, Bekleidung, Miete, Strom, Telekommunikation, Freizeitausgaben und Rohstoffe. Auch staatliche Gebühren und Steuern zählen dazu.
Die Gewichtung der einzelnen Produkte im Warenkorb kann sich je nach Region und Lebensstil der Haushalte unterscheiden, was zu einer variierenden Inflationswahrnehmung führen kann.
Wie stark ein einzelner Haushalt von der Inflation betroffen ist, hängt immer davon ab, wie viel Geld er für welche Güter ausgibt. Wer zum Beispiel kein Auto hat, wird auch kein Geld für Kraftstoffe ausgeben – diese gehören aber zum Warenkorb der Preisstatistik.
Leitzins und Inflation
Wenn Du wissen möchtest, was der Leitzins mit Inflation zu tun hat, dann lies in unserem Ratgeber „Leitzins: Was ist das eigentlich?“ nach.

Kaufkraftverlust

Durch steigende Verbraucherpreise bei gleichbleibender Versorgungsleistung entsteht Kaufkraftverlust. Dadurch sinkt der Wert Deines Geldes, seine Kaufkraft verringert sich. Der Wertverlust des Geldes kann sowohl in Euro (absoluter Kaufkraftverlust) als auch in Prozent (relativer Kaufkraftverlust) für einen bestimmten Zeitraum ermittelt werden.
Die Auswirkungen von Inflation auf den Lebensstandard sind nicht nur wirtschaftlich, sondern auch psychologisch spürbar, da Konsumverhalten und Sparziele unter Druck geraten.
Rechenbeispiel
Es sind 1.000 Euro im Umlauf, ein Brot kostet 1 Euro. Eine Frau verdient 50 Euro, sie könnte sich also 50 Brote kaufen. Die Zentralbank druckt nun 20 Euro mehr, nun sind 1020 Euro im Umlauf. Um so viel verdienen zu können wie zuvor, erhöht der Bäcker seinen Preis durch eine Neukalkulation (Formel: 20/1.000+1) auf 1,02 Euro. Die Frau verdient allerdings immer noch 50 Euro, kann sich jetzt also nur noch 49 Brote leisten – das ist mit Kaufkraftverlust gemeint.
Inflation bezeichnet die gesteigerte Geldmenge im Umlauf (1020 statt 1000 Euro im Umlauf) und das dadurch gestiegene Preisniveau (1,02 Euro pro Brot statt 1 Euro).

Wie Du Dein Geld schützen kannst

Die alte Weisheit: „Dein Geld ist am sichersten unter dem Kopfkissen“ ist lange überholt! Doch auch auf Giro- oder Tagesgeldkonten kann die Inflation Dein Geld fressen.
Die meisten traditionellen Sparformen bieten heutzutage oft nur sehr niedrige Zinsen, die in vielen Fällen nicht ausreichen, um die Inflation auszugleichen. Das bedeutet, Dein Geld verliert real an Wert.
Zinsen trotz Inflation
Du willst wissen, wie Du trotz Inflation und Niedrigzinsen Rendite mit Deinem Ersparten erwirtschaften kannst? Eine Möglichkeit, sich vor der schleichenden Entwertung zu schützen, ist, Dein Geld in Anlageprodukte zu investieren, die langfristig die Inflation übertreffen können, wie z.B. Aktien oder Immobilien. Mehr Tipps dazu findest Du in unserem Ratgeber „Zinsen trotz Inflation
“.
Eine zusätzliche Schwierigkeit ist die sogenannte Realzinsfalle. Diese ist besonders bei hoher Inflation ein Problem. Denn Anlegerinnen und Anleger bekommen auf viele Anlageprodukte aktuell nur sehr niedrige bis gar keine Zinsen mehr. Die meisten Banken und Sparkassen berechnen sogar mittlerweile Negativzinsen für „geparktes“ Geld. Ab welcher Höhe dieser sogenannte Strafzins berechnet wird, unterscheidet sich von Kreditinstitut zu Kreditinstitut. Die Summen werden jedoch immer weiter nach unten angepasst.
Der Realzins ergibt sich aus der Differenz zwischen dem nominalen Zinssatz und der Inflationsrate. Bei hohen Inflationsraten kann der Realzins negativ werden, was bedeutet, dass das Geld trotz Zinsen weniger wert wird.
Unser Tipp
Lege Dein Geld in beispielsweise in Investmentfonds an. Für den Anfang eignen sich besonders Fonds- oder ETF-Sparpläne. Durch die breite Streuung von ETFs können Risiken verringert und Chancen auf eine positive Rendite auf lange Sicht erhöht werden. Dies ist besonders wichtig in Zeiten von Unsicherheit und Inflation. Mit dem passenden Anlageplan kannst Du bereits ab einem Betrag von 25 Euro pro Monat eine potenziell höhere Rendite als beim herkömmlichen Sparen erzielen!
Weitere Ratgeber